Simbi: Die Entwicklung meiner Sparquote von 2009 bis 2016 auf 63% oder 69.000 EUR

Liebe Dividenden-Fans,

nach Rücksprache mit dem Blog-Besitzer schreibe ich heute zum ersten Mal nicht (direkt) über mein Dividenden-Depot sondern über das Thema Sparquote. Ich habe über meine Sparquote 2016 seniert, und dachte nach, ob ich nicht vielleicht zuviel unnötige Ausgaben mache, und ob ich nicht zu dekadent lebe. Zum Glück schreibe ich seit 2009 meine Einnahmen und Ausgaben auf den Euro genau mit.

Zuerst einmal die gute Nachricht: 2016 war meine Sparquote wieder hervorragende 63% von meinen Einnahmen, und das von einer sehr hohen Basis aus. Ich konnte einen Rekordbetrag von 69.000 EUR auf die Seite legen. Die schlechte Nachricht ist, dass ich den geringsten Steigerungswert meiner Sparquote in den letzten acht Jahren hatte, nämlich nur 1%, wenn man von dem Negativwachstum in 2011 absieht.

Doch der Reihe nach. Sehen wir uns mal meine Einnahmen und Ausgaben in 2016 an. Ich verwende dazu übrigens seit Januar 2016 den Finanzen-Manager von Markus Bohme. Alle Screenshots sind diesem Tool entnommen.

Mein Ziel für dieses Jahr war übrigens eine Sparquote von über 60%, was ich also geschafft habe.

Wir sehen, dass ich zweimal meine Quote ganz extrem verfehlt habe, mämlich im Mai und im Oktober. Das sind Monate, mit geringen Einnahmen, da ich in sehr vielen Monaten wie Januar, März, November und Dezember sehr hohe Einnahmen habe. Die Einnahmen inkludieren übrigens alle meine Einnahmen, darunter fällt mein Gehalt, Aktienoptionen meiner Firma, Dividenden-Einnahmen, Mieteinnahmen und seltenere Dinge wie Ebay-Verkäufe, Wettgewinne, etc. Zu den Ausgaben sei gesagt, dass die monatliche Tilgung der Kreditrate meiner Wohnung im „Cash-Sparbetrag“ steckt (es erhöht ja mein Vermögen), während die monatlichen Zinsen dafür in den „Ausgaben“ stecken!

Im Auswertungs-Tab des Finanzen-Mangers sieht das ganze dann wie folgt aus (Achtung, der Sparbetrag Vorjahr ist falsch, da ich den Manager erst seit 2016 verwende).

Auf den ersten Blick sieht das also nach einem ganz wunderbaren Jahr 2016 aus. Doch wie gesagt fing ich zum Nachdenken an und habe meine alten Sheets herausgekramt (vor dem Finanzen-Manager habe ich ein selbstgestricktes Excel verwendet). Ich habe nun folgende Übersicht erstellt, nämlich alle Einnahmen, Ausgaben und Sparquote der Jahre 2009-2016:

Auf den ersten Blick ist auch dieses Bild erfreulich. Nicht nur, dass ich in 8 Jahren über 330.000 EUR gespart hatte, sondern ich konnte auch meine Sparquoten Jahr für Jahr steigern (mit einer Ausnahme), von nur 41% auf 63%. Eigenlich ganz toll. Andererseits aber auch wieder nicht berühmt, weil: gelangt man mit seinen Einnahmen mal wesentlich über das, was man zum Leben benötigt, dann wird es viel leichter, den Rest zu sparen. Da ich beruflich bis jetzt kontinuierlich aufsteigen durfte und meinen Dividenden-Einkommen stetig steigt, war es also relativ easy, hier die Quote zu steigern.

Ich konnte meinen Sparbetrag also verdreieinhalbfachen, währen mein Einkommen sich gerade mal verzweieinhalbfachte.

Doch nun, oh Graus, zu den Ausgaben! Diese sind – wie ich initial vermutet hatte – wirklich jedes Jahr kontinuierlich gestiegen. Das gefällt mir gar nicht. Um das besser zu verstehen, fertige ich noch eine Auswertung an, nämlich die jährlichen Wachstumraten meiner Einnahmen, Ausgaben und Sparbeträge:

Ok, mein Einkommen wuchs also jährlich zwischen 5 und 27%, ohne die Extremwerte im Schnitt 12%. Das ist gut! Mein Sparbetrag stiegt exponentiell, naja, aber doch zwischen 4 und 52%, was noch besser ist, aber wie oben bereits erklärt auch nicht allzu schwer war. Auch die Ausgaben sehen auch den ersten Blick ganz harmlos aus – mal sind sie gleichgeblieben (0% Wachstum), mal um 6-12% gestiegen. Macht ja nix. Sicher? Ich glaube dazu benötigen wir noch eine Auswertung, nämlich um zu sehen, wie sich die Wachstum bezogen auf das erste Jahr der Aufzeichnung (2009) entwickelt hat:

Ok, das Einkommen ist um 140% gestiegen, der Sparbetrag um 272% und die Sparquote um 55%. Alles gut!

Aber extrem schlecht wird mir, wenn ich sehe, dass meine Kosten um 36% gestiegen sind. Das ist sehr viel, und viel mehr, als ich gedacht hatte. Gut, dass ich diese Übung gemacht habe, denn es zeigt mir, dass ich noch stärker auf meine Ausgaben achten muss, als ich das tatsächlich tue.

Übertrieben? Ihr denkt, ich spare schon genug? Mag sein, dass ich sehr viel spare, und auch sehr hohe Einnahmen habe. Aber wenn ich finanziell frei werden möchte, und zwar so richtig, dass ich nicht arbeiten muss, und mir mein Passiveinkommen meinen Lebensunterhalt zahlt, ist jeder Tausender im Jahr mehr ein Dorn im Auge!

Überlegt mal, für 1.000 EUR höhere Ausgaben im Jahr, muss mein Dividenden-Depot zusätzliche 1.000 EUR netto ausschützen, und das bedeutet bei meiner Rendite von ca 3% netto, Einzahlungen in der Höhe von 33.300 EUR!

Führt euch das mal vor Augen: von 2009 bis 2016 habe ich meine Ausgaben um 9.000 EUR gesteigert, und somit muss ich für meinen heutigen Lebensstil 9 x 33.300 = 299.700 EUR mehr in mein Depot einzahlen, also noch 2009! Oh Mann, ich bin sehr froh, dass ich diese Übung gemacht habe. Mir fällt es wie Schuppen von den Augen.

Nächster Schritt ist nun, die unnötigen Ausgaben zu identifizieren und zu handeln! Das werde ich in den nächsten Tagen umsetzen!

Wie geht es euch mit Sparquoten, Einnahmen und Ausgaben über lange Zeit? Habt ihr ähnliche Effekte? Oder habt ihr eure Ausgaben seit Jahren konstant?

Würde mich freuen, von euch zu lesen!

Alles Liebe!

Eure Simbi

18 thoughts on “Simbi: Die Entwicklung meiner Sparquote von 2009 bis 2016 auf 63% oder 69.000 EUR

  • 8. Januar 2017 at 00:35
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    Hallo simbi,
    geht mir ähnlich. allerdings bin ich sehr weit weg von deinen absoluten zahlen! meine sparquote pendelt sich bei 40% ein, und ich komme gut damit zurecht. Die 40% gehen zur Gänze ins Dividendendepot, da ich keine Immobilie besitze. Schön zu sehen, dass du jahr für Jahr dein einkommen steigern konntest!

    meine ausgaben haben sich jährlich um ca 3%, was im rahmen liegt.
    ciao
    Matthias

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  • 8. Januar 2017 at 12:45
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    Wow, Simbi, was machst du beruflich?

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    • 10. Januar 2017 at 23:41
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      Grosse IT Firma aus den USA die mit O anfängt 🙂

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  • 10. Januar 2017 at 14:36
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    was beinhaltet Cash-Sparen und Konsum-Sparen denn im Detail?

    Finde ich interessant. Deine Einstellung insbesondere die Tilgungsrate in Darlehen und Zinsen zu unterteilen ist top!

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    • 10. Januar 2017 at 23:39
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      Hallo,
      unter Cash Sparen verstehe ich Geld, dass ich normalerweise auf ein cash-konto/sparbuch lege. Seit ich meine wohnung zurückbezahle beinhaltet es auch die kredittilgung, weshalb der name vermutlich in cash- und immo sparen umbenannt werden sollte.
      Konsumsparen ist ein eigenes Cash Konto, dass ich nicht zu meinem Nettovermögen zähle, sonder dass nur zum ausgeben da ist (für Urlaube, Autoreparatur, Schmuck, Kind, was mir so einfällt). Damit vermeide ich, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn mein nettowert um 3.000 euro fällt nur weil ich mir mal einen urlaub gegönnt habe…
      LG Simbi

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      • 11. Januar 2017 at 13:18
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        Hallo Simbi,

        besten Dank. Also ist Konsumsparen quasi Dein Taschengeld 😉

        Jetzt verstehe ich auch den Sinn, da Du das ganze mit deinem Nettowert gekoppelt hast. Cool.

        Bin gerade dabei mein Ausgabentracking für 2017 zu überarbeiten und finde deine Sichtweise sehr hilfreich!

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        • 11. Januar 2017 at 22:31
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          Teile doch auch mal deine Ergebnisse mit uns, würde mich interessieren, was bei Euch so geht!

          Alles Gute
          Simbi

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          • 11. Januar 2017 at 22:57
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            Ich hatte bis ungefähr Mitte 2016 eine Sparquote von ca. 40 %, dann kam das Haus (deswegen fand ich Deine Unterteilung so interessant) und bin jetzt wieder dabei, dass sich das ganze wieder normalisiert. Allerdings sind die absoluten Zahlen was Gehalt angeht ziemlich weit von Dir entfernt.

            Habe ich das richtig im Kopf, dass Du im Süden wohnst? Mit Kind? Dann finde ich Deine Ausgaben eigentlich echt gut im Rahmen.

          • 12. Januar 2017 at 11:09
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            Hi gmike,

            ja in München, aber die Ausgaben sind nur die halbe Wahrheit, weil mein Lebenspartner auch ungefähr die Hälfte zahlt. Das Sheet sind reine meine Finanzen, wir teilen uns ziemlich viel 50/50.

            40% Sparquote UND Haus ist doch super toll!

            LG
            Simbi

  • 10. Januar 2017 at 20:49
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    Hallo Simbi
    lese schon länger deine Beiträge und habe einiges hilfreiche für mich rausgefiltert, dafür nun ein herzliches Dankeschön.
    Cleo

    Reply
    • 10. Januar 2017 at 23:40
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      Danke DIR fürs Lesen!
      LG simbi

      Reply
  • 12. Januar 2017 at 17:16
    Permalink

    Hi Simbi,

    auf Deine Antwort konnte ich nicht mehr antworten da kein Reply button dabei.

    Das 50/50 erklärt einiges, habe lang genug am Rande von München gelebt und kenne die Kosten 😉

    Ja ist toll, kann wirklich nicht klagen 🙂 Bin jetzt auf das erste Jahr zurück zu Normalität gespannt, wir werden dann Ende des Jahres sehen wie sich das entwickeln wird. Vor allem haben wir noch eine recht lange Liste von Sachen die noch gemacht werden müssen.

    Reply
  • 1. Februar 2017 at 18:03
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    Hallo, vielen Dank für das up-date. Freue mich immer, über dein Depot und deine Erfahrungen damit zu lesen.

    Ich wollte mich aber auch an dich wenden, wegen einer Frage: seit gestern kann ich nicht mehr auf Michaels blog (Dividenden-Sammler-Forum, z.B. Café an der Tanke etc. ) zugreifen: Error 404. Da ich weiss, dass du auch manchmal für seinen Blog schreibst, wusste ich mir keinen anderen Rat, als zu fragen, ob du weisst, ob sein Blog wieder umstrukturiert wird (er wurde ja bereits einmal eingestellt) oder ob es an meinem Laptop liegt. Vielen Dank!

    Reply
    • 1. Februar 2017 at 22:46
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      Hi,

      geht bei mir auch nicht. Vielleicht hat er seine Rechnung nicht bezahlt 😉

      Reply
  • 29. März 2017 at 08:45
    Permalink

    Hallo Simbi , hallo zusammen …

    Ich sehe nach langer Zeit mal wieder die Anfragen zu Michael , ich kann mir vorstellen , dass Interna nicht öffentlich eingestellt werden , aber mich interessiert dennoch die Frage , macht Michael weiter ?

    Es wäre interessant zu wissen , ob er wieder eine Plattform zur Verfügung stellt , die all denen , die an Finanzen interessiert sind , neben den pers. Interessen des Autors die Möglichkeit bietet , sich gedanklich auszutauschen .

    Als einer der drei von der Tanke vermisse ich nicht nur Michael ..vielleicht kannst du ja etwas dazu schreiben ?

    Danke und Gruß
    Paul

    Reply
    • 30. März 2017 at 07:15
      Permalink

      Hallo Paul,

      wie kommst du denn drauf, dass ich das wissen könnte? Ich habe leider keine Ahnung was Michael macht und die einzige Emailadresse die ich kenne war jene mit dividenden-sammler.de hinten dran. Wüsste aber auch gerne, was er macht.

      LG
      Simbi

      Reply
  • 30. März 2017 at 16:38
    Permalink

    Hi Simbi..:-)

    Sorry , ich will dir nicht zu nahe treten , ich habe dich nur als eine begnadete Schreiberin zu Finanzangelegenheiten im Kopf und denke noch gern an deine Beiträge , die du bei Michael veröffentlicht hast .

    Und da du dort geschrieben hast , schien mir ein Kontakt durchaus denkbar , aber , wie auch immer , dein Beitrag hier ist ebenfalls , wie sollte es auch anders sein , bemerkenswert .

    Wenngleich natürlich auch in einigen Punkten so , dass eine kontroverse Diskussion wünschenswert wäre , du weißt ja , dass ich auch gern widerspreche 😉 .

    Da ich es momentan nicht leisten kann , verzichte ich zunächst darauf , Oberflächlichkeit wäre in deinem Fall nicht angebracht .

    Alles Gute
    Paul

    Reply

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